SPD Kreisverband Emmendingen unterstützt Bündnis „Nein zum Betreuungsgeld“

Veröffentlicht am 07.06.2012 in Pressemitteilungen

Der SPD Kreisverband Emmendingen ruft die Bürgerinnen und Bürger dazu auf, die Kampagne „Nein zum Betreuungsgeld“ zu unterstützen.

„Unter www.neinzumbetreuungsgeld.de kann ein Aufruf gegen das Betreuungsgeld und für verlässliche Betreuungsangebote durch Kindertageseinrichtungen unterschrieben werden. Dieses Aktionsbündnis wurde von der SPD und den Jusos mitinitiiert und erhält auch Unterstützung von der IG Metall und dem AWO Bundesverband.“, erklärt SPD-Kreisvorsitzender Dr. Johannes Fechner. Außerdem sieht er im Einführungstermin kurz vor der Bundestagswahl 2013 einzig ein wahltaktisches Manöver von Schwarz-Gelb.

Die Emmendinger SPD-Landtagsabgeordnete Sabine Wölfle äußerte sich bereits im April im Landtag zum Betreuungsgeld wie folgt: „Dieses Geld wird dringend für den Ausbau der Betreuungsplätze benötigt, der tatsächliche Bedarf ist hier bei weitem noch nicht gedeckt. Es ist kaum vermittelbar, dass wir seit Jahren viel Geld in den Ausbau der Betreuungseinrichtungen investieren und dann zahlen wir den Frauen Geld, damit sie ihre Kinder nicht dorthin schicken!“.

Eine Studie der Friedrich Ebert Stiftung macht deutlich, dass Länder, wie beispielsweise Norwegen, welche das Betreuungsgeld eingeführt haben, nun über die Abschaffung diskutieren. „Laut dieser Studie übe das Betreuungsgeld besonders einen negativen Einfluss auf die Integration von Migrantinnen und Migranten aus, da der Erwerb der Sprachkenntnisse nicht ausgebaut wird und eine Isolierung stattfindet. Zudem seien es oftmals bildungsferne Familien, die keinen Zugang zum Arbeitsmarkt haben. Viele andere Studien belegen diese Vermutung. Auch Thüringen, welches das Betreuungsgeld bereits eingeführt hat, zeigt deutlich, dass das Betreuungsgeld die Frauenerwerbsquote gesenkt hat und sich nachteilig auf die frühkindliche Entwicklung auswirkt, so das Fazit der Studien.

Vor allem Geringqualifizierte, Alleinerziehende und Familien mit niedrigen Einkommen blieben dem Arbeitsmarkt fern, um das Geld in Anspruch zu nehmen. Aus frauenpolitische Sicht ist das Betreuungsgeld fatal und zementiert ein überaltertes Familienbild.“, argumentiert Sabine Wölfle.

Auch aus Kreisen der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen (ASF) gibt es Wiederstände gegen das Vorhaben der Bundesregierung. ASF-Landesvorstandsmitglied und Mitglied des Kreisvorstandes der SPD Emmendingen, Susanne Tröndle, warnt vor den Auswirkungen. „Die Mehrheit der Frauen ist gut ausgebildet und will arbeiten. Wir brauchen anderere Anerkennungszeiten für Kindererziehung und Pflegezeiten für Familienangehörige, dass wäre wichtig, um Frauenarmut im Alter zu vermeiden. Das Betreuungsgeld ist für die Frauen schädlich.“, kritisiert Tröndle.

Sie und der Kreisvorstand lehnen das Vorhaben der schwarz-gelben Bundesregierung entschieden ab und hoffen, dass die Abstimmung im Bundestag keine Mehrheit bringen wird, denn auch in den Reihen der Regierungskoalition gibt es gegen das Betreuungsgeld große Widerstände. „ Wenn es so beschlossen werden sollte, dann prüfen wir den Weg über den Bundesrat um die Einführung zu verhindern“, schlussfolgert Wölfle.

 

Homepage SPD Kreisverband Emmendingen

Kommentare

Zu Artikeln, die älter als 90 Tage sind, können keine Kommentare hinzugefügt werden.

Nein zum Betreuungsgeld

Der SPD - KV Emmendingen hat eine treffende Stellungnahme abgegeben, die ich hiermit ausdrücklich unterstütze. Jochen Himpele SPD-Gemeinderat Denzlingen

Autor: Jochen Himpele, Datum: 14.06.2012, 21:29 Uhr


Nachrichten aus Baden-Württemberg

Zum heute vorgestellten Reformpaket der Koalition erklären die SPD-Landesvorsitzenden Isabel Cademartori und Robin Mesarosch:

"Die vereinbarte Steuerreform geht in die richtige Richtung: Die meisten Leute müssen zukünftig weniger Steuern auf ihre Arbeit bezahlen. Das ist gut so. Damit das rechnerisch aufgeht, werden wir sehr hohe Einkommen wieder stärker beteilige

Ein AfD-Verbotsverfahren vor dem Bundesverfassungsgericht wäre wahrscheinlich erfolgreich, resümiert das heute veröffentlichte Rechtsgutachten der Gesellschaft für Freiheitsrechte. Die SPD in Baden-Württemberg sieht sich darin bestätigt, weiter den Druck für ein AfD-Verbot zu erhöhen.

Auf ihrem Landesparteitag hat die SPD Baden-Württemberg ihre Parteispitze und den Landesvorstand neu gewählt und wichtige Anträge beschlossen. Als stellvertretende Landesvorsitzende wurden die Bundestagsabgeordneten Jasmina Hostert (83,2 Prozent) und Parsa Marvi (73,0 Prozent) wiedergewählt. Neu in das Amt gewählt wurden Yannik Hummel, Forstwirt und Student, mit 80,9 Prozent der Stimmen und die Landtagsabgeordnete Viviane Sigg mit 85,9 Prozent.