Wenn die Heimat verloren geht - ein Leben nach dem Gau

Veröffentlicht am 28.04.2019 in Pressemitteilungen

Was wäre, wenn es in Fessenheim zum Gau käme? Diese Frage stellte der SPD-Kreisverband in den Mittelpunkt einer Infoveranstaltung in Endingen. Um die Praxis spürbarer zu machen, präsentierte Erhard Schulz, Sprecher der Badisch-Elsässischen Bürgerinitiativen, Bilder seines Besuches in Fukushima.

In Japan gehen immer noch weitere Atomkraftwerke ans Netz und die Regierung drückt sich weitestgehend um die Aufklärungsarbeiten. Kritik ist dabei unerwünscht. Trotz Angst vor sozialen Konsequenzen engagieren sich vor allem Frauen und Mediziner mit dem Ziel Informationen in die breite Bevölkerung zu tragen. In einem Umkreis von 20 Kilometern herrscht eine Sperrzone um das Atomkraftwerk. Jedoch mussten auch aufgrund zu hoher Kontamination selbst Dörfer in 40 Kilometer Entfernung geräumt werden. Dies wäre vergleichsweise die Entfernung zwischen Fessenheim und Wyhl. Durch den Gau wurden viele Familien auseinander gerissen, wirtschaftliche Existenzen aufgegeben und Lebensräume zerstört. „Kurzum - die Heimat geht verloren“, so Erhard Schulz.

Die Endinger Ortsvereinsvorsitzende Martina Fuhrmann stellte den Katastrophenschutzplan für den Fall vor, dass es in Fessenheim zum Gau käme. Sie riet dazu, sich im Vorfeld bereits Gedanken zu machen, z. B. über eine Fluchtroute. Im Falle des Falles müsste das Regierungspräsidium und Landratsamt die Bevölkerung informieren. Je nach Wind wären hierfür zwischen 0,5 und 3 Stunden zeit, bevor Teile der Bevölkerung schwerwiegende Schäden erleiden würde.

Bundestagsabgeordneter Johannes Fechner unterstrich, dass die Gefahr aus Fessenheim nicht von der Hand zu weisen sei. Für ihn ist der einzig realistische Katastrophenschutz die endgültige Abschaltung des Atomkraftwerkes. Hierzu setzt er sich länderübergreifend in verschiedenen Diskussionen ein. Doch auch jeder selbst müsse mit gutem Vorbild vorangehen. Daher bekräftigten die Anwesenden die Forderung des Landkreises bis 2030 zu 100% regenerativ zu sein und Erfahrungen über die Grenze zu tragen.

 

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