Wie wirkt sich Europa auf den Kaiserstuhl aus?

Veröffentlicht am 02.05.2014 in Pressemitteilungen

Der SPD-Finanzexperte und Bundestagsabgeordnete Lothar Binding kam nach Endingen um darüber zu diskutieren, wie sich die Europapolitik auf den Kaiserstuhl auswirkt.

SPD-Stadträtin und Ortsvereinsvorsitzende Heide Thoma stellte zu Beginn der Veranstaltung klar, welche Vorteile Europa für die Bewohner am Kaiserstuhl bringt. „Wir haben keine Grenzkontrollen nach Frankreich, können europaweit arbeiten beziehungsweise studieren und zahlen mit einer Währung. Dies sind Vorteile, die ich nicht mehr missen möchte“, so Thoma.

Lothar Binding erklärte zu aller erst, wie die Finanzkrise und damit die letzten Probleme in Europa enstanden sind. Binding zeigte auf,  dass durch die niedrigen Zinsen in den USA viele Kredite für den Hausbau aufgenommen wurden. Als Menschen durch die höheren Zinsen und sozialen Probleme diese Kredite nicht mehr bedienen konnten und der Markt durch zu viele Zwangsversteigerungen überschwemmt wurde, kam es zu einer Auslagerung dieser Kredite. Banken in Europa, wie auch in der Kaiserstühler Gegend, kauften diese Forderungen dann auch. Als bekannt wurde, dass diese Forderungen einen geringen Wert haben trauten sich die Banken nicht, anderen Banken Geld zu leihen.

Als Lehre zog der SPD-Politiker, dass Banken sich auf ihr Kerngeschäft konzentrieren und keine spekulativen Geschäfte tätigen sollten. Dabei sei es im Interesse von uns allen. „Wenn wir uns gegenseitig in Europa aus dieser Krise helfen, herrscht weiterhin Frieden. Ohne Frieden wäre auch unser Wohlstand nichts mehr wert!“, erläuterte Binding. Auf die Frage, ob es nicht einfacher wäre, die Kriesenländer einfach aus der EU auszuschließen, entgegnete er: „Dann müssten auch Berlin, Saarland oder Bremen aus Deutschland ausgeschlossen werden. Manchmal sind die einfachsten Lösungsvorschläge einfach zu naiv und werden nicht zu Ende gedacht“.

Beim Freihandelsabkommen TTIP waren sich alle Beteiligten einig, dass es in dieser Form nicht kommen darf. „Ich will kein genverpfuschtes Essen in unserer guten badischen Küche. Auch will ich nicht, dass wir Schadensersatz zahlen müssen, wenn Firmen in den USA uns verklagen, nur weil wir menschfreundlichere Standards haben. Ich hoffe auf einen ähnlichen Widerstand wie bei ACTA, damit es nicht soweit kommen wird.“, sagte SPD-Ortsvereinsvorsitzender Raphael Pfaff aus Wyhl.

Am Ende der Veranstaltung überreichten die beiden Ortsvereinsvorsitzenden eine Flasche Energiewendewein. Lothar Binding freuete sich darüber und versprach mit den Ortsvereinen in Verbindung zu bleiben.

 

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